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Weihnachts- und Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters

Foto: Stadtverwaltung Flöha/ Erik Frank Hoffmann

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

angesichts einer Zeit weltweiter kriegerischer Auseinandersetzungen und wirtschaftlicher Konflikte, einhergehend mit einer häufigen politischen Orientierungslosigkeit, ist es schwer, eine positive Rückschau auf das zu Ende gehende Jahr zu halten. Es bleibt zu wünschen, dass unsere neue Bundesregierung auch den im Koalitionsvertrag vorgegebenen Kurs eines Bürokratieabbaus, des wirtschaftlichen Aufschwungs und des Vertretens gerechter und demokratischer Werte beibehält.

Auf kommunaler Ebene können wir jedoch nicht ganz ohne Stolz auf ein erfolgreicheres, wenn auch mit finanziellen Herausforderungen verbundenes, Jahr 2025 zurückblicken und möchten einige ausgewählte Themen nachfolgend kurz benennen:

Als Teil des Purple-Path-Pfades der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 wurde die mit EFRE-Fördermitteln sanierte Bahnhofshalle als „Kunstbahnhof“ im April feierlich übergeben: Die Eröffnung der ersten Kunstausstellung „Verstrickungen“ des Instituts für Auslandsbeziehungen in Anwesenheit der Sächsischen Kulturstaatsministerin und des Chemnitzer Oberbürgermeisters, war zugleich der Start der Präsentationen der Kunstprojekte in weiteren 37 Kommunen der Region Chemnitz.

13.000 Gäste aus der ganzen Welt besuchten bis Ende August den Kunstbahnhof und bestaunten zugleich die Entwicklung unseres Stadtzentrums. Das im November gestartete Videoprojekt „Ode an das Handwerk“ von Donata Wenders zeigt, dass die Bahnhofshalle auch für weitere Ausstellungszwecke genutzt werden kann. Nicht zu vergessen, dass Reisende und Einwohner nun wochentags die Bahnsteige und die Bahnsteigunterführung wieder direkt durch das Bahnhofsgebäude passieren können.

Zum 150-jährigen Jubiläum der Flöhatalbahn machte der Sonderzug in Flöha und Hetzdorf Station. Am Hetzdorfer Bahnhof feierten zahlreiche Besucher mit einem kleinen Volksfest das Jubiläum.

Bereits im Frühjahr wurde der Bahnhofsvorplatz mit EFRE-Fördermitteln neugestaltet. Aus diesem Fördermitteltopf wurden auch die Bühne im Baumwollpark saniert und der erste Bürgergarten Flöhas am Rande des Sattelguts eingerichtet. Für diese Projekte und die Umgestaltung des Baumwollparks im kommenden Jahr erhielten wir im August die Fördermittelbescheide vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung überreicht.

Sicher vielen von Ihnen nerven die derzeitigen zahlreichen Baustellen im Stadtgebiet mit ihren Verkehrseinrichtungen. Sind sie doch zugleich ein Zeichen des rasant fortschreitenden Glasfaserausbaus und der notwendigen Erneuerung von Versorgungsleitungen in unserer Stadt.

Trotz, dass die Versorgungslage im Facharztbereich, als sehr bedenklich zu werten ist, verstärken zwei neue Allgemeinmedizinerinnen unsere Ärztelandschaft in Flöha im Hausarztbereich.

Die Kameraden der Freiwillige Feuerwehr in Falkenau begingen im September ihr 140. Jubiläum und feierten mit vielen Einwohnern.

Nicht zuletzt wurde am 6. Dezember mit der feierlichen Einweihung des neuen Marktpatz ein entscheidender Meilenstein zur Entwicklung unseres Stadtzentrums in der Alten Baumwolle geschafft. Die Investitionssumme von rd. 3 Mio. EUR wird vom Bund und Freistaat Sachsen mit 2 Mio. € gefördert.

Auch 2025 engagierten sich viele Einwohner und Vereine auf vielfältige Weise ehrenamtlich für unser Stadtleben. Der Falkenau Heimatverein zeigte sich wieder sehr aktiv bei der Verschönerung des Ortsteils. Mit einem Preisgeld der LEADER-Region wurde im August ein Naturlehrpfad im Park in der Ortsmitte eingeweiht. Hier kann man sehr anschaulich Tier- und Pflanzenarten naturnah kennenlernen. Auch der Gewerbe- und Festverein, der Hetzdorfer-Viadukt-Verein, die Feuerwehrvereine, die Arbeiterwohlfahrt oder die Volkssolidarität und der Seniorenverein Falkenau, mit ihren traditionellen Festen und Aktivitäten, beleben unsere Stadtgesellschaft. Die Sportvereine repräsentierten unsere Sportlandschaft in vielen Wettbewerben über die Stadtgrenzen hinaus.

Bei allen erfreulichen Ereignissen will ich aber auch nicht verschweigen: Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Eine traurige Entwicklung setzte sich bei Vandalismus, auch Schmierereien und Beschädigungen von Bauwerken und Einrichtungen fort. Die Beseitigung illegaler Müllablagerungen verursachen mittlerweile 6-stellige Summen unser aller Steuergelder. Fragen der Stadtordnung- und Sauberkeit müssen als Aufgabe aller ordnungsliebender Einwohner verstanden werden, um das Stadtbild nicht weiter zu beschädigen.

Auch die Stimmung unter vielen Einwohnern ist von Sorge und Unmut gegenüber der aktuellen Entwicklung im Land und weltweit getragen. Das zeigt sich bedauerlicherweise auch bei einigen Mitbürger gegenüber unserer Verwaltung. Offensichtlich wird die Verunsicherung vieler Menschen auf die Stadtverwaltung als unterste staatliche Behörde übertragen. Ich möchte hier unterstreichen: Die Angestellten verstehen sich als Dienstleister am Bürger und nicht als Prellbock der politischen Missstimmung einiger Einwohner. 

Auch sorgen mich die Unterfinanzierung unseres kommunalen Haushaltes im kommenden Jahr und eine zunehmende Bürokratisierung von Verwaltungsabläufen. Hier muss ich allen Angestellten der Stadt und allen Stadträtinnen und Stadträten sowie dem Falkenauer Ortschaftsrat für ihre bisherige verantwortungsvolle und umsichtige kommunalpolitische Arbeit danken. In den Folgejahren wird sich der Handlungs- und Gestaltungsspielraum unserer Stadt weiter einschränken und größere Investitionen im erforderlichen Umfang zukünftig kaum finanzierbar sein. Das ist bedauerlich, aber die Wahrheit und trifft auf die übergroße Mehrheit der Kommunen in unserem Land zu.

Zum Schluss wünsche ich Ihnen allen, gerade in diesen aufgeregten Zeiten, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Kommen wir alle etwas zur Ruhe und Besinnung: Schöpfen wir Kraft für alle bevorstehenden Aufgaben. Für das Jahr 2026 wünsche ich uns allen den Erhalt unseres Friedens und die Stärkung unseres Gemeinschaftsgefühls als Stadtgesellschaft!

Ihr Oberbürgermeister
Volker Holuscha

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