Von den vielen Granitpflastersteinen, die in den vergangenen Monaten auf dem neuen Marktplatz von Flöha verlegt wurden, war am 6. Dezember kaum etwas zu sehen. Denn die Besucher strömten regelrecht auf das Areal, um bei der offiziellen Einweihung dabei zu sein.
Die Meinung fiel dabei grundsätzlich positiv aus. Die Flöhaer sind zufrieden, dass die Umgestaltung des ehemaligen Industriegrundstücks in das neue Stadtzentrum einen weiteren großen Schritt vorangekommen ist. Der ehemalige Oberbürgermeister von Flöha, Friedrich Schlosser, erinnerte an die vielen Höhen und Tiefen, die es in den vergangenen Jahren zu verzeichnen gab. „Noch bevor 1994 die Maschinen der ehemaligen Baumwollspinnerei endgültig ausgeschaltet wurden, machten wir uns Gedanken über die Nachnutzung. Das Projekt eines Stadtzentrums war aus meiner Sicht alternativlos. Hätten wir nicht so gehandelt, würde jetzt wohl eine große Industriebrache mit eingeschlagenen Scheiben in der Stadtmitte stehen“, so Schlosser.
Doch der Weg bis zur Marktplatz-Eröffnung war weit. Schließlich wurden Lösungen für die Finanzierung aufgezeigt und Investoren gefunden. So begann alles mit der Sanierung des Wasserbaus, es folgte die neue Brücke, später kamen Einkaufszentrum, Wohnungen und der Rathaus-Umzug dazu. „Ich bin überglücklich, dass wir jetzt im Rahmen dieser Umgestaltung auf die Zielgerade eingebogen sind. Der Marktplatz ist eine Augenweide“, erklärte der Ex-Stadtchef sichtlich bewegt.
Sein parteiloser Amtsnachfolger Volker Holuscha freute sich, dass der ursprüngliche Ideengeber für dieses große Vorhaben zur Einweihung vor Ort präsent war. „Die Eröffnung des Marktplatzes ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Komplettierung des neuen Stadtzentrums“, erklärte Holuscha. Er habe nach seiner Amtsübernahme in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und der Stadtverwaltung den eingeschlagenen Kurs der Umgestaltung fortgesetzt. „Dabei konnten wir auf finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union, den Bund und die Sächsische Staatsregierung bauen“, machte das Stadtoberhaupt klar. Von der Besucherresonanz zeigte sich Holuscha überwältigt.
Ein Flöhaer Einwohner, der von seiner Wohnung aus nur wenige Minuten auf den neuen Marktplatz laufen muss, zeigte sich ebenfalls erfreut. „Das ist eine tolle Sache. Ich fände es gut, wenn es nun jedes Jahr im Advent ein kleines Markttreiben geben würde“, meinte der meinungskräftige Senior.
Zu den Vereinen, die sich während der Einweihung präsentierten, gehörte auch der New Chapter e.V. Er gibt Kindern, Jugendlichen, aber auch jungen Erwachsenen und Eltern unter anderem Hilfe in Sachen Suchtberatung und Gewaltprävention. Mateo Thürig, der im Verein vor allem für den Social-Media-Bereich verantwortlich ist, zeigte sich von der Eröffnung und dem damit verbundenen vorweihnachtlichen Treiben begeistert. „Das ist ja Wahnsinn, mit so vielen Leuten hätten wir nicht gerechnet“, sagte der junge Mitarbeiter. Am Stand des Vereins konnten die Besucher nicht nur am Glücksrad drehen, sondern auch Handmade-Erzeugnisse erwerben, die von Kindern und Jugendlichen hergestellt wurden. „Ich bin sehr positiv überrascht, was heute insgesamt auf die Beine gestellt wurde“, war von New-Chapter-Chefin Ilka Schneider zu erfahren.
Im Wasserbau, der in der chronologischen Abfolge am Beginn der Umgestaltung der großen Fläche steht, herrschte ebenfalls großer Andrang. Die unter dem Dach des Fördervereins für Nachwuchssport organisierten Modellbahner präsentierten ihre große Anlage und fanden schnell ihr Publikum. „Wir haben insgesamt rund 100 Züge in unserem Bestand, die auf knapp einem Kilometer Gleisen unterwegs sind“, erklärte Helmut Schildhorn. Er gehört seit vielen Jahren zum Modellbahnteam, das sich immer montags, mittwochs und freitags trifft, um die Anlage zu erweitern oder Reparaturen durchzuführen. Unter anderem gibt es darauf einen Nachbau der Baumwollspinnerei und des Bahnhofs von Flöha zu sehen. „Wir würden uns über neue Leute, die mitmischen wollen, sehr freuen. Interessenten können unkompliziert vorbeikommen“, war von ihm zu erfahren.
(kbe)
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